Welches E-Bike-System passt zu mir?

Jeder hat unterschiedliche Ansprüche an sein E-Bike. Der eine will am Wochenende eine entspannte Fahrradtour unternehmen, der andere sucht den entspanntesten Weg, um täglich zur Arbeit zu radeln. Egal ob Bergfahrt oder Flachland, wir haben das passende für Sie im Sortiment. Um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, welches System, welche Spannung und Leistung, am besten für Sie geeignet sind, finden Sie hier die Erklärung für die verschiedenen Varianten unserer Produkte.

Nabenmotoren oder Mittelmotoren?

Es gibt zwei Haupttypen von E-Bike-Motoren: Nabenmotoren und Mittelmotoren.

Ein Nabenmotor ist in der Regel in einem der beiden Laufräder (vorne oder hinten) angebracht und treibt das Rad direkt an. Nabenmotoren haben den Vorteil, dass sie einfach zu installieren sind und keine speziellen Anforderungen an das Fahrrad stellen. Sie sind auch leiser als Mittelmotoren und können in der Regel mit einer konstanten Geschwindigkeit fahren, ohne dass der Fahrer in die Pedale treten muss. Allerdings sind Nabenmotoren in der Regel weniger effizient als Mittelmotoren, da sie nicht das Drehmoment und die Kraftübertragung bieten können, die Mittelmotoren liefern können.

Ein Mittelmotor hingegen ist in der Regel im Bereich der Kurbelwelle des Fahrrads montiert und treibt die Kette oder das Getriebe direkt an. Mittelmotoren bieten eine bessere Gewichtsverteilung, da der Schwerpunkt des Motors näher am Boden liegt und in der Mitte des Fahrrads. Dies kann das Handling des E-Bikes verbessern, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten oder auf unebenem Gelände. Mittelmotoren bieten auch ein höheres Drehmoment und eine bessere Kraftübertragung, was besonders auf hügeligem Gelände wichtig sein kann. Allerdings sind Mittelmotoren in der Regel teurer und schwieriger zu installieren als Nabenmotoren.

Letztendlich hängt die Wahl zwischen einem Nabenmotor und einem Mittelmotor von Ihren Anforderungen an das System ab. Wenn Sie ein E-Bike für den täglichen Gebrauch suchen und eine einfache Installation wünschen, könnte ein Nabenmotor die bessere Wahl sein. Wenn Sie jedoch ein E-Bike für hügeliges Gelände oder längere Strecken suchen und eine höhere Leistung und ein besseres Fahrverhalten wünschen, könnte ein Mittelmotor die bessere Wahl sein.

Der Allrounder: Unser 2-Gang Nabenmotor

Ein 2-Gang-Nabenmotor ist ein Motor, der zwei Gänge hat. Ein solcher Nabenmotor verfügt über zwei Freiläufe, bei der je nach Gang einer greift, während der andere Gang frei dreht. Somit kann die Übersetzung gewechselt werden. Um vom ersten Gang in den zweiten zu kommen, werden die Motorphasen vertauscht und der Motor dreht praktisch anders herum. Keine Sorge, Ihr Rad dreht sich eidesmal in die richtige Richtung. Der Richtungstausch wird entweder über einen Hall-Schalter per Knopfdruck veranlasst, oder durch den Controller bei 130rpm veranlasst.

Im ersten Gang bietet der Motor in der Regel ein höheres Drehmoment und eine höhere Kraftübertragung, was besonders auf hügeligem Gelände nützlich sein kann. Im zweiten Gang bietet der Motor in der Regel eine höhere Geschwindigkeit und eine höhere Leistung bei flacheren Strecken. Der Fahrer kann zwischen den beiden Gängen umschalten, um die Leistung des Motors an die Fahrbedingungen anzupassen.

Ein 2-Gang-Nabenmotor kann Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Nabenmotor haben, da er eine bessere Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Geländebedingungen bietet. Der Motor kann auch effizienter arbeiten, da er in der Lage ist, die Übersetzung des Motors an die Bedürfnisse des Fahrers anzupassen. Wenn Sie also sowohl in den Bergen als auch auf im Flachen unterwegs sind, und auf jedes Gelände vorbereitet sein wollen, ist dieser Motor ideal für Sie.

Vorder- oder Hinterradnabenmotor?

Falls Sie sich für einen Nabenmotor entschieden haben, wollen wir Ihnen noch folgenden Ratschlag zur Einbauposition des Motors mitgeben.

Ein Vorderradnabenmotor hat den Vorteil, dass er einfach zu installieren ist und das Gewicht des Motors gleichmäßig auf das Fahrrad verteilt. Das kann das Handling des Fahrrads verbessern und das Fahren bei schlechtem Wetter erleichtern, da das Vorderrad eine bessere Traktion hat. Allerdings kann ein Vorderradnabenmotor auf unebenem Gelände oder in Kurven zu einem unerwünschten Lenkverhalten führen, da das Gewicht des Motors an der Vorderseite des Fahrrads die Lenkung beeinflussen kann.

Ein Hinterradnabenmotor hingegen bietet eine bessere Traktion auf unebenem Gelände und in Kurven, da das Gewicht des Motors am hinteren Ende des Fahrrads die Lenkung weniger beeinflusst. Ein Hinterradnabenmotor kann auch ein höheres Drehmoment bieten, was besonders auf hügeligem Gelände nützlich sein kann. Allerdings kann ein Hinterradnabenmotor die Handhabung des Fahrrads aufgrund des höheren Gewichts am hinteren Ende des Fahrrads beeinträchtigen.

Spannung: 36V oder 48V?

Im Allgemeinen wird ein 48V E-Bike mehr Leistung und schnellere Beschleunigung bieten als ein 36V E-Bike. Dies kann nützlich sein, wenn Sie in hügeligen Gebieten fahren möchten oder wenn Sie längere Strecken zurücklegen möchten, ohne den Akku so häufig aufladen zu müssen. Dies hat folgende Gründe:

  1. Leistung: Ein 48V-System kann mehr Leistung bieten als ein 36V-System, was bedeutet, dass der Motor des E-Bikes mehr Kraft auf die Pedale übertragen kann. Dies ermöglicht ein schnelleres und effizienteres Fahren auf steilen Anstiegen.
  2. Effizienz: Ein 48V-System ist in der Regel effizienter als ein 36V-System, was bedeutet, dass der Akku des E-Bikes länger hält und Sie somit längere Strecken zurücklegen können, insbesondere auf hügeligem Gelände. Hier gilt zu beachten, dass ein 48V-System trotzdem mehr Strom verbraucht um höhere Leistungen zu erzielen. Für Langfahrten sollten Sie sich also auf jeden Fall einen stärkeren Akku zu legen.
  3. Drehmoment: Ein 48V-Motor kann ein höheres Drehmoment erzeugen als ein 36V-Motor. Das Drehmoment ist die Kraft, die das E-Bike am Ende vorwärts bewegt, welches Sie bei gewöhnlichen Fahrrädern durch Pedalieren aufbringen müssen. Ein höheres Drehmoment, dass durch den Motor erzeugt wird, erleichtert das Klettern von steilen Anstiegen.

Ein 48V E-Bike kann jedoch auch teurer sein als ein 36V E-Bike und es könnte unnötig sein, wenn Sie Ihr E-Bike hauptsächlich für den täglichen Arbeitsweg oder entspannte Fahrten auf flachem Gelände nutzen möchten. Für eine ebene, kurze Strecke benötigen Sie nicht viel Kraftaufwand. Auch ein schwächerer Akku reicht aus, wenn Sie nur 30 Minuten hin-, und 30 Minuten zurückfahren. Auch 10 Minuten, um beim Bäcker vorbeizufahren, passen da noch mit rein.

Leistung: 250W oder 1000W?

Nun fragen Sie sich vielleicht, wie sich denn ein 36V und ein 48V Motor mit je 250W unterscheiden. Oder Sie haben sich für eine Spannung entschieden, aber rätseln noch ob Sie 250W oder 500W kaufen sollen. Gehen wir dem ganzen also auf den Grund.

Egal ob 250W, 500W oder 1000W, es gibt die Nennleistung des Motors an. Die Nennleistung bezieht sich auf die maximale Leistung, die ein elektrisches Gerät kontinuierlich und über einen bestimmten Zeitraum hinweg liefern kann. Bei E-Bikes bezieht sich die Nennleistung normalerweise auf die maximale Leistung des Motors, die er über einen längeren Zeitraum hinweg liefern kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Nennleistung nicht die maximale Leistung des Motors angibt. Ein Motor kann kurzzeitig eine höhere Leistung erzeugen, um beispielsweise ein Hindernis zu überwinden oder bei Bedarf eine schnelle Beschleunigung zu ermöglichen. Es ist jedoch wichtig, den Motor nicht über seine Nennleistung hinaus zu beanspruchen, da dies zu Schäden am Motor führen kann.

Stellen Sie sich also vor, dass Sie einen 48V und einen 36V-System haben, bei beiden beträgt die Nennleistung 250W. Der Hauptunterschied zwischen einem 36V und einem 48V E-Bike-Motor liegt in der Spannung und der Stromstärke, die der Motor verwendet. Ein 48V-System verwendet eine höhere Spannung als ein 36V-System, was zu einem höheren Stromfluss führt. Das bedeutet, dass ein 48V-Motor mehr Drehmoment erzeugen kann als ein 36V-Motor, auch wenn beide eine Nennleistung von 250W haben.

Ein 48V-Motor kann auch in der Regel schneller beschleunigen und höhere Geschwindigkeiten erreichen als ein 36V-Motor, da die Leistung von einem höheren Stromfluss erzeugt wird. Dies kann besonders auf hügeligem Gelände von Vorteil sein, da der Motor des 48V E-Bikes mehr Kraft auf die Pedale übertragen kann und somit das Klettern von steilen Anstiegen erleichtert.

Sie haben sich nun entschieden, welche Spannung für Sie passt. Ob Sie höhere Leistungen wie beispielsweise 750W benötigen, oder doch mit den 250W zufrieden sind, hängt wieder von Ihren Bedürfnissen ab. Mehr Leistung bedeutet mehr Kraft, was also eine Bergfahrt stark vereinfacht. Mehr Leistung bedeutet mehr Strom, was zu einer deutlich kürzeren Akku-Laufzeit führt.

Nehmen wir einmal an, Sie haben Sich für ein 48V-System entschieden, um am Wochenende gelegentlich längere Fahrten zu unternehmen. Wenn Sie dabei ziemlich eben unterwegs sind, reicht Ihnen ein 250W-System doppelt solange als ein 500W-System (natürlich hängt dies auch von Ihrer Fahrweise ab). Sollten Sie allerdings Berg-und Talfahrten bestreiten, bietet Ihnen der 500W-Motor das nötige Drehmoment, um jede Steigung zu erklimmen. Gehen wir einmal zu einem anderen Beispiel. Sie fahren jeden Tag in der Stauhauptstadt Hamburg zur Arbeit. Ein 36V-System reicht für dieses Unterfangen aus, viel in die Pedale drücken müssen Sie nicht. Allerdings müssen Sie alle 4 Minuten an einer Ampel anhalten. Ein Motor mit 500W kann auch bei langsameren Geschwindigkeiten eine höhere Leistung haben, was besonders nützlich sein kann, wenn Sie häufig anhalten und wieder anfahren müssen und würde hier besser zu Ihnen passen.

Professional oder Waterproof Steckersystem?

Bevor Sie sich nun gut informiert zu unserem Shop begeben können, fehlt noch ein kleines Detail: das Steckersystem. Bei windmeile-Produkten können Sie zwischen dem “Professional” System und dem “Waterproof” System wählen.

Die “Professional“-Steckverbindungen verwenden JST-Stecker. Der größte Vorteil besteht in der deutlich höheren Flexibilität bei der Kabelführung und -verlegung. Stecker können schnell und einfach ein- und ausgesteckt werden, was die Wartung und Reparatur des E-Bikes erleichtert. Zudem können Kabellängen individuell an das Fahrrad angepasst werden, was eine maßgeschneiderte Verkabelung ermöglicht. Ein weiterer Vorteil ist die erleichterte Fehlersuche durch einen detaillierten Kabelbelegungsplan, der die Identifizierung von Fehlern und Problemen erleichtert. Darüber hinaus ist die Verwendung von Steckverbindungen in der Regel preiswerter als das “Waterproof“-System. Durch Versiegelung, Schrumpfschläuche und dem Einsatz unserer Controller Box kann auch das “Professional” System wasserdicht eingesetzt werden.

Die Verwendung von “Waterproof“-Steckverbindungen mit Julet-Steckern bietet ebenso zahlreiche Vorteile für E-Bikes. Alle Stecker sind witterungsbeständig und absolut wasserdicht, was die Funktionalität und Sicherheit des E-Bikes bei Regen und Feuchtigkeit erhöht. Das Verwenden eines 1T4 Kabelbaums ermöglicht eine schnellere und einfachere Verbindung der verschiedenen Komponenten des E-Bikes. Darüber hinaus erleichtert der einfache Aufbau durch farblich gekennzeichnete Stecker die Installation und Wartung des E-Bikes. Ein aufgeräumteres Erscheinungsbild entsteht, da alle Kabel in einem Kabelbaum gebündelt werden. Die Verwendung des “Waterproof“-Systems trägt somit zu einem hochwertigen und zuverlässigen E-Bike bei.

Kurz gesagt, das “Professional” System ist für Profis mit handwerklichem Geschick, wobei das “Waterproof” System auch für Anfänger mit weniger Erfahrung geeignet ist.

Trapez oder Sinuskommutierung der Controller?

Wenn Sie vor der Aufgabe stehen, einen Controller zu kaufen, werden Ihnen die Worten Sinus und Trapez entgegengeworfen. Dies beschreibt die Ansteuerung der Phasen im Motor. Die Trapezkommutierung wird auch Rechteck- oder Blockkommutierung genannt.

Um dieses Thema besser zu verstehen, machen wir einen kurzen Ausflug zum Thema Hallsensoren. Ein Hall-Sensor misst magnetische Felder. Es basiert auf dem Hall-Effekt, der besagt, dass ein elektrischer Strom, der durch einen Leiter fließt, der von einem Magnetfeld durchdrungen wird, eine Spannung in senkrechter Richtung zur Stromrichtung erzeugt. Die in Elektromotoren verbauten Hallsensoren können damit die Position des Rotors bestimmen. In Motoren ohne Hallsensor wird die Position durch die generierte Gegeninduktion geschätzt. Das Drehen des Rotors erzeugt eine Spannung in entgegengesetzter Richtung, welche meist durch einen Shunt gemessen wird, und die Phase in der sich der Rotor befindet erkannt werden kann (die Position innerhalb der Phase NICHT).

Nun zurück der Kommutierung. Bei der Trapezkommutierung wird der Strom in jeder Phase des Motors in Form von Blöcken zugeführt, dass bedeutet dass die Phase entweder Strom erhält oder nicht. Dabei wird der Strom in jeder Phase nacheinander eingeschaltet, wodurch der Motor in Bewegung versetzt wird. Da dieses Verfahren einfacher zu implementieren ist und die Rotorposition nicht ganz so präzise bekannt sein muss, funktionieren Trapezcontroller sowohl bei Motoren mit als auch ohne Hallsensoren. Die meisten unserer Controller sind Dual Mode Trapez Controller, der Motor kann also mit beiden Motoren arbeiten.

Bei der Sinuskommutierung hingegen werden Ströme in Wellenform verwendet, wenn also ein Phasenwechsel stattfindet, nimmt der Strom nach und nach zu, je nach dem wie weit der Rotor sich bewegt hat und dementsprechend mehr Kraft benötigt um bewegt zu werden. Dies sorgt für eine effiziente und sanfte Motoransteuerung. Da dies komplexere mathematische Berechnung voraussetzt, muss hier die Rotorposition akkurat bestimmt werden können – der Sinuscontroller eignet sich nur für Motoren mit Hallsensoren.

Wenn Sie sich nun also für einen Controller entscheiden, ist vorerst wichtig ob Sie Motoren mit Hallsensoren besitzen, dies trifft sowohl für unsere windmeile als auch unsere Bafang Motoren zu. Im folgenden erhalte Sie einen Überblick über die Vorteile beider Kommutierungen.

Trapez Sinus
Mit und ohne Hallsensor kompatibel Hoher Gleichlauf
Geringere Stromverluste bei Phasenwechsel Kein Drehmomentrippel
Bewältigt wechselnde Belastungen besser Hohes Anlaufmoment
Einfachere Funktionsweise Konstantes Drehmoment
Kostengünstiger Effizienter